Aufruf

Aufruf an alle Brandenburger Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltung und ihre UnterstützerInnen!

Mit wachsendem Zorn sehen wir, dass bei uns eine Tierfabrik nach der anderen genehmigt wird – eine Ohrfeige für 104.000 Menschen, die das Volksbegehren gegen Massentierhaltung unterzeichnet haben.

Unser Landwirtschaftsminister rühmt sich vor dem Bauernverband, das „Volksbegehren erfolgreich abgewehrt zu haben“. Doch wir halten nicht still, wenn ein Minister die demokratische Bürgerbeteiligung „abwehrt“. Der Kompromiss der Landesregierung taugt nicht dazu, politische Veränderungen gegen industrielle Tieranlagen zu erreichen. Wichtige Forderungen der Unterzeichnenden des Volksbegehrens wie z. B. das Verbandsklagerecht für Tierschutzbelange sind in dem Kompromisspapier nicht enthalten. Mit Rückendeckung der Landesregierung werden am laufenden Band weitere Tierfabriken genehmigt. Ein Schlag ins Gesicht der Brandenburger Bevölkerung, die mit dem Volksbegehren auf demokratischem Wege weitere Tierfabriken mit all ihren Qualen und Gefahren verhindern wollte.

Unsere politische Vertretung schert sich anscheinend nicht um den Willen des Volkes, das die Negativwirkungen riesiger Tierhaltungsanlagen auf unsere Gewässer, Luft- und Bodenqualität sowie auf das Klima gründlich satt hat. Sie will die verheerenden Konsequenzen für Tiere, Menschen und Umwelt nicht begreifen. Anstatt das Ruder noch herumzureißen und den Ausverkauf unserer heimischen Landwirtschaft an Großagrarier, für die ein fühlendes Tier lediglich eine Ware ist, zu stoppen, dient sie sich ihnen an. Sie unterstützt diesen Irrsinn, immer mehr Tiere einzupferchen, zu quälen, immer größere Anlagen in unser „nutztierarmes Land“ zu stellen, noch mehr minderwertiges Fleisch zu „produzieren“ für einen Bedarf, den es nicht gibt! Zudem profitieren die Investoren in Tierfabriken von Fördergeldern aus Landesprogrammen. Wir bezahlen also gegen unseren demokratisch erklärten Willen für zusätzliche Investitionen in diese Verbrechen mit unseren Steuergeldern.

So kann es nicht weitergehen! Wir selbst müssen unsere Zukunft gestalten! Geben wir den Tieren eine Stimme, mit der wir das Unrecht, das ihnen angetan wird, hörbar machen! Damit kämpfen wir auch für unsere Gesundheit sowie die unserer Umwelt! Wir kämpfen auch gegen den katastrophalen Klimawandel, der durch unseren massenhaften Fleischkonsum wesentlich mit verursacht wird!

Lasst uns einen Aufstand machen! Einen Aufstand, bei dem nicht alles geplant ist, aber vieles möglich. Zeigen wir unserer Landesregierung: Die Bürgerinitiativen und die UnterstützerInnen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung haben es nicht nur einmal im Jahr satt – wir sind längst über der Kotzgrenze!

Wir fordern von der Landesregierung:
Klagerecht für Tierschutz – wenn in den Tierfabriken noch nicht einmal das unzureichende Tierschutzgesetz eingehalten wird, muss man dagegen vorgehen können!

Moratorium gegen neue Tierfabriken – ein sofortiger Stopp für Genehmigung, Förderung und Bau neuer Tierfabriken und eine demokratische Auseinandersetzung über die Zukunft der Landwirtschaft in Brandenburg!

Unterzeichnet von:

BI Eselshütt, BI Hassleben, BI KW Stinkt’s, BI am Mellensee, BI Wadelsdorf, BI Reichenow, Bündnis Tierfabriken-Widerstand.