Brandenburger Bürgerinitiativen starten „Aufstand gegen Massentierhaltung“

Sonntag, 16.07., 14 Uhr, Luisenplatz Potsdam

Mit einem Protestkonzert auf dem Luisenplatz in Potsdam werden Brandenburger Bürgerinitiativen am kommenden Sonntag eine neue Kampagne unter dem Motto „Aufstand gegen Massentierhaltung“ beginnen. Die Aktiven aus verschiedenen Orten protestieren damit gegen die Landesregierung, die einseitig Tierfabriken fördere und damit im Widerspruch stehe zum erfolgreichen Volksbegehren gegen Massentierhaltung, das über 100.000 Brandenburger Bürgerinnen und Bürger 2016 unterzeichnet hatten.

Die Auftaktveranstaltung der neuen Kampagne trägt den Titel „Brandenburgisches Konzert für die Tiere“. Am Sonntag den 16.07.2017 ab 14:00 Uhr werden sich die Bürgerinitiativen des Landes zu einem experimentellen, ungeprobten Konzert zusammenfinden. Als Requiem für die geschundenen Tiere. Als Voraktion werden sich mehrere Aktivistinnen und Aktivisten bereits am Samstag den 15.07.2017 für zehn Stunden ebenfalls auf dem Luisenplatz in Schweine-Kastenstände einsperren. Das Bündnis aus Bürgerinitiativen kündigt für den Herbst weitere Aktionen an verschiedenen Brandenburger Orten an.

„Unsere politische Vertretung schert sich anscheinend nicht um den Willen des Volkes, das die Negativwirkungen riesiger Tierhaltungsanlagen auf unsere Gewässer, Luft- und Bodenqualität sowie auf das Klima gründlich satt hat“, heißt es in dem Aufruf zu der neuen Kampagne. „Anstatt das Ruder noch herumzureißen und den Ausverkauf unserer heimischen Landwirtschaft an Großagrarier, für die ein fühlendes Tier lediglich eine Ware ist, zu stoppen, dient sie sich ihnen an“, so Sybilla Keitel, eine der Sprecherinnen des Bündnisses. Die aufrufenden Bürgerinitiativen wollen mit ihren Aktionen „den Tieren eine Stimme geben und das Unrecht, das ihnen angetan wird, hörbar machen.“ Sie fordern ein Moratorium gegen neue Tierfabriken sowie das Klagerecht für Tierschutz.
„Die Fleischkonzerne können in manchen Bundesländern nur noch erschwert neue Tierfabriken bauen, weil Grüne Agrarminister Tier- und Umweltschutzregeln verbessern und kontrollieren. Derweil wird Brandenburg immer mehr zum stinkenden Hinterhof Deutschlands -und das auch noch mit Unterstützung der Landesregierung. Wir lassen es uns nicht bieten, dass Agrarminister Jörg Vogelsänger die Brandenburger UnterzeichnerInnen des Volksbegehrens derart schlecht behandelt. Die Landesregierung lässt einem Schlachthof sogar ungenehmigte Steigerungen der Schlachtmengen durchgehen, während Millionen Tiere in Megaställen leiden, Antibiotikaresistenzen unsere Gesundheit bedrohen, unsere Landschaft mit Tierfabriken verbaut wird und unsere Häuser an Wert verlieren“, sagte Carola Freitag, eine Sprecherin des Bündnisses.

Die Veranstalter der Protestaktion weisen auf das Potenzial der Landwirtschaft vor den Toren Berlins hin. In Berlin fehle es an Lebensmitteln aus regionalem Gemüseanbau und an Verarbeitungsbetrieben für Bioprodukte. Diese nicht-industriellen Lebensmittelerzeuger würden erheblich mehr qualifizierte Arbeitsplätze schaffen als Agrarkonzerne.

Der Fleischkonsum in ganz Deutschland sinke. Im Widerspruch dazu investiere die Landesregierung in die Überproduktion von Fleisch. Schon heute werde rechnerisch jedes fünfte Schwein und jedes dritte Masthuhn exportiert, das in Deutschland gemästet wird. „Niemand braucht die Tierfabriken, die Agrarminister Jörg Vogelsänger ins Land lockt und mit dem Geld der Steuerzahler mästet“, sagte Marianne Frey, Stellvertreterin der BI Am Mellensee, und forderte eine Kehrtwende hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft in Brandenburg, die von der Gesellschaft akzeptiert und honoriert werde.

Kontakt: kontakt@aufstand-gegen-massentierhaltung.de