Protest-Aktion „Zehn Stunden im Kastenstand“

Samstag, 15.07.2017, ab 10 Uhr, Luisenplatz Potsdam

Um auf das Leiden von Schweinen in der Fleischindustrie aufmerksam zu machen, werden sich am Samstag AktivistInnen der neuen Kampagne „Aufstand gegen Massentierhaltung“ auf dem Potsdamer Luisenplatz selbst in so genannte Kastenstände einsperren. Sie wollen zehn Stunden in den körpergroßen Käfigen ausharren. Am darauffolgenden Sonntag findet am selben Ort ein Protestkonzert statt.

Für die Kampagne „Aufstand gegen Massentierhaltung“ haben sich Brandenburger Bürgerinitiativen zusammengeschlossen. Sie kritisieren die Politik der Landesregierung, die trotz des erfolgreichen Volksbegehrens 2016 weiter Tierfabriken fördere. In ihrem Aufruf fordern die Bürgerinitiativen ein Moratorium gegen neue Tierfabriken und ein Klagerecht für Tierschutz. Kampagnenstart ist ein Protestkonzert am Sonntag, 16. Juli. Die Voraktion „Zehn Stunden im Kastenstand“ beginnt am Samstag, 15. Juli, um 10 Uhr.

„In Schweinezuchtanlagen müssen Sauen vier Wochen und länger in Kastenstände verbringen. Diese sind so eng, dass die empfindsamen und neugierigen Tiere sich darin noch nicht einmal umdrehen, geschweige denn ein paar Schritte gehen können. Es treibt sie zur Verzweiflung und Apathie. Es ist grauenhaft“, sagt Carola Freitag von der Bürgerinitiative Wadelsdorf. In ihrem Wohnort in der Nähe von Cottbus wurde kürzlich eine Altanlage als Schweinezuchtanlage neu eröffnet. „Der holländische Investor errichtete die Anlage ohne Baugenehmigung, diese wurde nachträglich erteilt.Das Oberverwaltungsericht verurteilt den Betrieb der Anlage als unrechtmäßig, als Scheinbetrieb. Trotzdem werden dort weiter fast 7000 Schweine unter grausamen Umständen gehalten.“

„Ich kann nicht verstehen, warum immer noch neue Tierfabriken genehmigt und gebaut werden“, sagt Friederike Schmitz vom Bündnis Tierfabriken-Widerstand, das die Kampagne der Bürgerinitiativen unterstützt. „Sie bedeuten für die Tiere, die dort unter elenden Bedingungen eingesperrt sind, eine fürchterliche Tortur. Die Anlagen haben zudem fatale Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Es ist höchste Zeit, dagegen aktiv zu werden.“

Pressekontakt: kontakt@aufstand-gegen-massentierhaltung.de